Socken gerö(s)tet

Socken gerö(s)tet

Wiedersehen macht Freude! Was oftmals eher wie eine auffordernde Mahnung klingt – in Luisenthal sind die drei Worte wörtlich zu nehmen. Bereits zum 27. Male fand am 27. Juli 2013 nahe dem kleinen thüringischen Städtchen der Ohratalsperrenlauf statt, und schon zum 6. Male in Folge waren Rote Socken am Start.

Der (Berg-und-)Talsperren-Lauf entlang der an der Nordseite des Thüringer Waldes gelegenen Stauanlage ist eine eher kleine Veranstaltung. Was den unverwechselbaren Charme dieses Rennens ausmacht? Die beinahe familiäre Atmosphäre: Man sieht sich wieder und man kennt sich. Je nach Wetter insgesamt nur zwischen 150 und 300 Sportler gehen in drei verschiedenen Disziplinen auf eine ziemlich anspruchsvolle Strecke (18,0 km Mountainbike-Rennen, 3,0 km „Schnupper“-Lauf und 12,3 km Haupt-Lauf). Unschlagbar – der Thüringer Akzent, etwa wenn der Moderator offiziell mitteilt: „Nuhr finf Minuhdn bis zunn Schtord“ oder „Es sinnoch Wirschtschen dor.“ Göttlich ebenfalls – die Wetterkapriolen im Thüringer Wald. Hatte es im vorigen Jahr an der Talsperre noch buchstäblich aus allen Schleusen geschüttet, so dass das Wasser von oben, von unten und von innen rann, so standen die Unverwüstlichen in diesem Jahr unter dem Joch der Hitze …

Die Socken Harald und Stefan, moralisch unterstützt von royal Peter aus London, trotzten auf den schier endlosen 12,3 km der brutzelnden Sonne und dem schrecklichen Streckenprofil. Die Läufer zwischen 14 und 75 Jahren mussten von der Biathlon-Arena Streitberg (Start- und Zielort, ca. 640 m ü.N.N.) zunächst zwei Mal auf knapp 700 m Höhe klettern, bevor es nach ca. einem Drittel der Strecke steil bergab ging, direkt auf das Talsperren-Niveau von etwa 540 m. Der Verpflegungsstelle am Staudamm nach etwa zwei Dritteln folgte eine weitere leichte „Abfahrt“ bis auf nur noch gut 500 m kurz oberhalb von Luisenthal. Von dort aus ging es die restlichen 2,5 km bis zurück an den Streitberg nur noch bergauf: ca. 150 m Höhenunterschied! Spätestens hier war – wie in jedem Jahr – Schluss mit lustig; wohl dem, der diesen zermürbenden Schlussakkord des Ohratalsperren-Laufes bereits vorher kennt …

Wie immer, wenn die Roten sich auf die Socken machen, stehen nicht Zeiten und Plätze, sondern der Spaß am Lauf im Vordergrund. Nach über einer Stunde Laufzeit und geschlagener Hitzeschlacht daher besonders gern genutzt: die Dusche der Freiwilligen Feuerwehr Luisenthal, welche neben der Reinigung vor allem Linderung und Kühlung ermöglichte. Sehr gern gegessen: der von den Veranstaltern selbst gebackene Kuchen (die unvermeidlichen „Roster“ gab es natürlich auch, waren aber schon vergriffen). Gern gehört: die wohlwollenden Kommentare der ganz überwiegend einheimischen Läufergemeinde zum Rote-Socken-Auftritt. Und was wir sehr gerne weiter geben, das ist der ausdrückliche Wunsch der Veranstalter, von den Thüringer linken Socken etwas Unterstützung beim Organisieren dieses traditionsreichen und sympathischen Läufchens zu erhalten. Da geht doch noch was?! Na, dann mal los: Sponsoren ran & Sport frei! Auf ein Neues 2014!

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