Renn, Renn, Rennsteiglied!!!

Renn, Renn, Rennsteiglied!!!

„Da ist vieles gut gelaufen…, außer wir!“ (Steffen B.)

Während in Schweden das Wochenende rund um die Sommersonnenwende traditionell dem Mittsommerfest gehört, wird in Thüringen an diesem Wochenende der Rennsteig gerockt. 230 Staffeln starten am frühen Samstagmorgen in Blankenstein am Zusammenfluss von Selbitz und Saale um die 168,9km des Rennsteigs nach Hörschel an der Werra zu bewältigen.

Bereits am Freitagabend gehört es zur guten Tradition einen Stein aus der Selbitz zu fischen und diesen dann über den gesamten Rennsteig zu tragen, um ihn am Ende in der Werra zu versenken. Kurzentschlossen entledigte sich Steffen seiner Schuhe und stieg selbstlos in die in diesem Jahr sehr aufgewühlte Selbitz um den Staffelstein zu ergattern.

Die Nacht verbrachten acht Socken im Rennsteigsaal, während Melanie ein Prinzessinnenquartier in Arnstadt bezog. Leider auch zur Tradition gehört die Empathielosigkeit einiger Staffeln. Der Startschuss für die Mix- und Frauenteams fällt bereits um 5.00 Uhr, was zur Folge hat, dass diese Starter*innen bereits gegen 4.00 Uhr aufstehen. Soweit so gut. Was sich uns jedoch nie erschließen wird ist, warum man sich lauthals im Schlafsaal unterhalten und lachen muss, wenn zu sehen ist, dass es noch einige gibt, die bis 5.00 Uhr schlafen könnten. Das der Saalwart dann noch anfing Stühle zu stapeln, setze der Sache noch die Krone auf.

Egal pünktlich 6.00 Uhr startete Ralf Kalich den Lauf der Männerstaffeln, unter ihnen auch die Roten Socken. Christoph stürzte sich als erster in den Berg, begleitet von Alex auf dem MTB, welcher die ersten drei Läufer*innen begleitete und später noch selbst lief. In einem irrwitzigen Tempo absolvierte Chris die ersten 6km und damit den Großteil seiner 465 Höhenmeter. Für dieses Tempo musste er dann später etwas Tribut zollen, was angesichts dieser mächtigen Etappe und der Tatsache, dass er letzte Woche noch einen Marathon lief, vollkommen verständlich ist.

Mitten in den Wiesen von Grumbach erfolgte der erste Wechsel und Andrea übernahm den Staffelstein. Für sie waren die ersten Kilometer mehr Qual als Freude, was vor allem am Streckenuntergrund lag. Wurzeltrails und teilweise steile Abstiege, gepaart mit sehr aufgeweichtem Boden raubten ihr den letzten Nerv. Kaum besserten sich die Bodenverhältnisse nahm Andrea ihr gewohntes Tempo auf und bewältigte ihre 19km, um an der Schildwiese an Harald zu übergeben. Dieser spulte seine 16km unaufgeregt, schnell und ausgesprochen souverän ab. Dabei gilt es auf dieser Passage einen der härtesten Anstiege des ganzen Laufes zu absolvieren.

In Neuhaus wechselte dann nicht nur Harald auf Steffen, sondern auch Alex auf Ronald als MTB-Begleitung. Ronald ist bereits das vierte Mal als Radbegleitung dabei und gehört somit zu den Socken-Rennsteig-Urgesteinen. Steffen lief wie im letzten Jahr auch, die (gefühlt) härteste und anspruchsvollste Strecke der ganzen Staffel. Das es im Vorjahr die dritte Etappe war und dieses Jahr die vierte sollte dabei nicht stören. Wie immer holte er dabei alles aus seinem Körper raus und stürmte zum Wechsel in Masserberg wo er auf Stefan übergab. Stefan war kaum losgerannt, da sank unser Sportsensator zu Boden und erfand minutenlang das Yogabild des „großen Findlings“. Vielleicht betete er aber auch nur unseren Vereinsvorsitzenden Harald an, dass weiß man nicht so genau.

Währenddessen holte sich Stefan eine ordentlichen Platzregen ab, ebenso wie Melanie, welche zwei Etappen später an der Reihe war. Dazwischen lief Robert die mit 20km längste Etappe von Allzunah nach Oberhof, in einer beeindruckenden Zeit von 1:34:44. Allerdings hatte Robert mit Ronald und Anette gleich zwei Radbegleitungen, da ist es ja auch logisch, dass er doppelt so schnell ist. Kaum war der Wechsel vollzogen war Melanie die zweite Socke, welche eine kostenlose Dusche von oben bekam. Während Jens mit Alex zum nächsten Wechsel fuhr, machte sich der Rest der Reisegruppe Sonnenschein schon auf den Weg zum Kleinen Inselsberg und trainierte in einer weiteren Sportart: Sommerrodeln. In Oberhof wechselte auch letztmalig die Radbegleitung und Toni übernahm von Ronald. Toni fuhr stellvertretend für Frank, der in den letzten Jahren immer unser treuer Mountainbiker war. Gleichwohl war Frank auch vor Ort und möchte nächstes Jahr die Seiten wechseln und als Läufer ins Geschehen eingreifen.

Alex übernahm in der Zeit den Staffelstein von Melanie, um ihn 13,9km später an Wolfram weiterzugeben. [Anmerkung der Redaktion: Auch Alex hatte neben der frühmorgendlichen MTB-Begleitung noch den Skatstadtmarathon vom vergangenen Wochenende in den Beinen, meisterte seine Strecke aber anstandslos in einer Spitzenzeit.] Wolfram wiederum war das erste Mal beim Rennsteigstaffellauf und schwer aufgeregt, ob dieses Events. Dabei gab es zu diesem Zeitpunkt schon lange keinen Zeitdruck mehr, da man weit hinter dem eigenem Zeitplan zurück lag. Am Ende wird er dankbar gewesen sein, die leichteste Strecke (seine eigene Einschätzung) bekommen zu haben, da bereits vor dem Start „sein Oberschenkel zu machte“. Wenngleich diese Etappe leicht aussieht, so darf nicht unterschätzt werden, dass über die ersten 1,5km ein brutaler Anstieg zum höchsten Punkt des Laufes, dem Inselsberg, führen. Danach geht es bis zum Ziel nach Hörschel fast nur noch Berg ab. Während Wolfram und später unser Schlussläufer Daniel noch ihren Teil zum Gelingen des Wettbewerbs beitrugen, bauten die restlichen Socken das Nachtquartier auf dem Campingplatz in Hörschel auf.

Frohen Mutes wartete man frisch geduscht auf unseren Schlussläufer, um dann 22:03 Uhr nach 16:03:18h gemeinsam zu zehnt ins Ziel zu laufen. Was die Gesamtzeit anbelangt wollte in diesem Jahr kein so richtiger Flow aufkommen, immerhin blieb man fast 1h über der eigenen Bestmarke. Kein Wunder eigentlich, reden doch fast ausnahmslos alle Starter*innen im Vorfeld davon, dass sie dieses Jahr wirklich nicht in Form seien (auch dies ist eine sich wiederholende Tradition). Andererseits gelang es erstmalig, alle zehn Läufer*innen im Ziel zu vereinen und gemeinsam den Stein in der Werra zu versenken. Bei einer sehr wohlwollenden Auslegung kann man dann auch behaupten, Stefan hätte seinen Schwur vom Inselsberg aus dem Vorjahr eingelöst, als er vollkommen ohne Anlass unter Zeugen versprach, in diesem Jahr werde er mit ins Ziel kommen und da auch übernachten.

Die Kritik der Socken aus den letzten Jahren hat offenbar gefruchtet und so gab es in diesem Jahr noch Essen für alle sowie bis Mitternacht Musik von DJ Kalle, welcher nach eigener Werbung „alles außer Mist spielt“. Den Abschluss eines gelungenen Tages bildetet das von den Socken Chris, Steffen und Alex lautstark eingeforderte Rennsteiglied im Festzelt, welches durch eine von den Stimmungskanonen des Teams Skatstadtmarathon angeführten Polonaise begleitet wurde.

Der Rennsteigstaffellauf ist eine fantastische Veranstaltung bei der man den ganzen Tag im wunderschönen Thüringer Wald unterwegs ist. Unser Dank geht an die vielen freiwilligen Helfer*innen sowie das ganze Orga-Team.

Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

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