42. Berlinmarathon

42. Berlinmarathon

Die Straßen der Hauptstadt gehören am letzten Wochenende des Septembers traditionell den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Berlinmarathons. Schon am Samstag starten die Inlineskaterinnen und -skater bevor am Sonntag Handbikes, Rollis und Läuferinnen und Läufer folgen.

Nachdem im letzten Jahr bedingt durch das erschwerte Procedere bei der Anmeldung keine Rote Socke am Start war, begaben sich in diesem Jahr gleich zwei Socken auf die 42,195km langen Rundkurs, welcher an einen springenden Hasen erinnert. Andrea ist dabei „eigentlich nur mitgelaufen, um mir in den ersten Minuten vor dem Start per AC/DC-Musik mal wieder richtig Gänsehaut zuzulegen“ während Alex weiterhin auf die persönliche Jubiläums Startnummer hinarbeitet, die es für zehn erfolgreiche Teilnahmen gibt. Dabei wurde Andrea sowohl beim Start, als auch auf den ersten Kilometern von der Musik enttäuscht, die ihr eindeutig einen zu geringen Beat aufwies, weswegen sie die avisierten 46 Minuten für die ersten 10km auch verpasste und somit ihr Ziel von 3:30h bereits an dieser Stellle nach oben korrigierte.

Wahrscheinlich liegt es genau an den verschiedenen Lauftempi beider Socken, weswegen Alex die vermeintlich langsame Musik gar nicht aufgefallen ist, sie schien also deutlich besser zu seinem Tempo zu passen. Doch auch Alex musste beim Halbmarathon mit Blick auf die Uhr ernüchtert feststellen, dass es mit einer Zeit unter 4h wohl auch dieses Mal nix wird, „komisch, die einzelnen Kilometerzeiten sahen eigentlich ganz gut aus“ so Alex.

Nachdem beide Socken feststellten, dass sie ihre Zielzeiten wohl nicht erreichen können, verfielen beide in ihre Art der restlichen Marathonbewältigung. Andrea wunderte sich bei Kilometer 10, dass es noch 12km bis zum Halbmarathon sind, der dann noch ein weiteres Mal absolviert werden muss und verfiel im zweiten Teil des Laufes vor langer Weile dem Drang Bananen und alles, was das Buffett sonst noch her gab, in sich rein zu stopfen. Unter anderem auch das gratis angebotene Power-Gel. Sie fragt sich bis heute, wie man das Zeug ohne Brechreiz zu sich nehmen kann. „Bestimmt wachsen mir zur Strafe demnächst Füße aus dem Gesicht oder so ähnlich“ gibt sich Andrea auch zwei Tage nach dem Lauf noch besorgt.

Alex hingegen verfiel ab Kilometer 24 in sein lieblings Trödel-Tempo und versuchte angesicht des nächsten anstehenden Marathons in drei Wochen ein wenig Kräfte zu sparen. Dabei bekam er kurz nach Kilometer 30 Unterstützung von Roberto, einem alten Laufbekannten. Er nutzte Berlin mal wieder als regenerativen Lauf, hatte er doch zwei Wochen zuvor den Jungfrauen Marathon in der Schweiz absolviert (dabei geht es ca. 2500 Höhenmeter bergauf…). Aber auch ansonsten läuft er in vollkommen anderen Ligen, immerhin absolvierte er in Berlin seinen 108. (!) Marathon, was Alex mit seinen 16 absolvierten Marathons ganz schön alt aussehen lässt.

Das Power-Gel verklebte Andrea wohl auch ein wenig die Linsen, weswegen sie bereits ca. 150m vorm Ziel jubelte und stehen blieb, merkte jedoch schnell, dass es noch ein paar Meter waren und lief am Ende nach 3:42:58h ins Ziel ein. Alex folgte rund 35min später mit einer Zielzeit von 4:17:09h.

Auch der Socken Fanclub in Form von Tina und Chris sowie der Babysocke Mika waren sowohl beim Halbmarathon, als auch im Ziel zur Stelle um die beiden Socken anzufeuern.

Der Berlinmarathon ist und bleibt ein Erlebnis, allein durch seine Größe und die Vielzahl der Zuschauerinnen und Zuschauer sowie der vielen Live Bands an der Strecke. Leider bringt eine so große Veranstaltung auch einige unannehmliche Begleiterscheinungen mit sich: Andrea beschrieb den Tag auf der Marathonmesse, auf der alle Aktiven ihre Startunterlagen selbst abholen müssen, wie folgt: „Die wirkliche Herausforderung war für mich echt das Anmeldeprozedere. Ob man wollte oder nicht, es mussten vorab gefühlte 42,2 km durch den Höllenkonsumtempel bei voller Beschallung absolviert werden, die mir den Donnerstag Abend wirklich verhagelt haben. Auch wenn die Auswahl an Angeboten riesig war, sie ist erschlagend und ich würde mir wünschen, eine Wahl zu haben, ob ich mich in die Konsumhölle begebe oder nicht. Diese Fremdbestimmtheit und terrorhafte Industrialisierung meines lebenslang ausgeübten Sportes, bei dem man doch eigentlich nichts weiter braucht als seine Füße und ein paar Schuhe geht mir richtig aufn Sack.“

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